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AUGUSTINUS - Stadtführerdienste in den Sehenswürdigkeiten von Prag

Romanische SehenswürdigkeitenPrag

Romanischer Stil von Prag

Romanischer Stil – ungefähr 11.-13. Jahrhundert

Die Wahrhaftigkeit der alten böhmischen Sagen von der althergebrachten Ankunft des Urvaters Čech, von der Libussa und vom Přemysl wurde zwar nicht bestätigt, aber wir wissen, dass das Prager Tal wurde von keltischen Stämmen schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus besiedelt. Im 3. und 4. Jahrhundert nach Christus wurden die keltischen Stämme von germanischen Stämmen gewechselt und im 5. und 6. Jahrhundert siedelten sich in unserem Gelände definitiv die Slawen. Die keltischen, germanischen und slawischen Burgstätten zählen wir noch nicht unter architektonische Sehenswürdigkeiten. Die ersten architektonischen Sehenswürdigkeiten im Gelände von Prag entstanden erst im 9. und 10. Jahrhundert. Wegen des Unterscheidens vom echten romanischen Stil (11.-13. Jahrhundert) wird dieser Zeitraum als die vorromanische Zeit bezeichnet. Die vorromanischen Stile werden manchmal nach Herrschen in westlichen Reichen bezeichnet – karolinischer Stil (ungefähr 9. Jahrhundert) und ottonischer Stil (ungefähr 10. Jahrhundert).

Die ältesten greifbaren Beweise für die Existenz einer Besiedlung im Gebiet Prags haben wir erst aus den 80. Jahren des 19. Jahrhunderts. Wir wissen, dass Fürst Bořivoj in dieser Zeit den Hauptsitz von Přemyslovci auf die Prager Burg versetzte. Der Fürst Bořivoj ließ bald nach seiner Anunft auf die Prager Burg die Rotunde der Jungfrau Maria erbauen (karolinischer Stil). Die von Bořivoj gegründete Rotunde der Jung Maria blieb bis heutzutage nicht erhalten. Die Bautätigkeit auf der Prager Burg setzte jedoch im 10. Jahrhundert fort (ottonischer Stil).

Der Fürst Vratislav I. gründete auf der Prager Burg die St.-Georgs-Basilika und der Fürst Wenzel gründete die St.-Veits-Rotunde. Die St.-Veits-Rotunde wurde über einer wirklichen Reliquie des Heiligen erbaut. Die sterblichen Überreste des St. Veits erwarb der Fürst Wenzel von Heinrich I. dem Vogler, dem damaligen Herrscher des Heiligen Römischen Reiches. Es dauerte jedoch nicht mehr lange und Böhmen hatte den eigenen Heiligen. Dem wurde niemand anderer als gerade der Begründer der St.-Veits-Rotunde, der Fürst Wenzel. Die Bestätigung der kulturellen Aufschwung von Böhmen im 10. Jahrhundert war die Gründung des Prager Bistums im Jahr 973 und die Ankunft der ersten Orden. Das erste Kloster überhaupt wurde ebenfalls im Jahr 973 gegründet und es waren die Benediktinerinnen beim St. Georg. Das erste Männerkloster wurde auf des zweiten Prager Bischofs Adalberts Veranlassung hin gegründet. Das setzten sich die Benediktiner in Břevnov hin. Alle diese Taten erhöhten selbstverständlich die Prestige von Prag wie des Zentrums des Staates von Přemyslovci. Vor allem aber gaben sie Anstoß zu einer neuen Bautätigkeit.

Die Ankunft der romanischen Zeit am Anfang des 11. Jahrhunderts war nicht so positiv. Sie trug sich im Geist der Kämpfen unter Mitgliedern der regierenden Dynastie von Přemyslovci. innerhalb eines Geschlechtes. Die Kämpfe gingen so weit hin, dass der Fürst Vratislav II. (seit dem Jahr 1085 1. böhmische König als Vratislav I.) übersiedelte von der Prager Burg auf den Vyšehrad und errichtete dort für die nächsten Jahre eine neue Fürstenresidenz. Dank dieses Paradox trafen die Anfänge der romanischen Kunst mehr den Vyšehrad als die Prager Burg. Auf der Prager Burg gelang es nur im 11. Jahrhundert in der Zeit der Regierung von Spytihněv II. die Wenzels Rotunde auf eine vollwertige Basilika zu verbreiten. Auf dem Vyšehrad entstand jedoch ein neuer romanischer Fürstenpalast, es wurde hier das Kapitel mit dem Propst und mit dem Kapiteldom des St. Petrus und Paulus an der Spitze gegründet und andere Kirchenbauten, von denen die bis heute stehende St.-Martin-Rotunde die bedeutendste ist.

In ganz Prag erhielten sich bis heute nur 3 romanische Rotunden. Außer der erwähnten St.-Martins-Rotunde auf dem Vyšehrad sind es die St.-Kreuz-Rotunde in der Altstadt und die St.-Longin-Rotunde in der Neustadt. Auf dem Vyšehrad erhielten sich weiter solche Delikatessen wie das sog. Libussas Bad oder Reste einer romanischen Brücke mit der „Ährenmauerwerk,“ die das Fürstenakropolis mit dem Kapiteldom des St. Petrus und Paulus verband. Als der letzte hatte auf dem Vyšehrad der Fürst Soběslav I. den Sitz. Nachdem er zurück auf die Prager Burg übersiedelte, baute er hier wieder einen neuen Fürstenpalast und Mauern auf.

Gleichzeitig damit, wie sich die 2 Prager Burgen entwickelten – die Prager Burg und das Vyšehrad, entstand auch die erste romanische Bebauung unter ihnen. Die Vorburg der Prager Burg und des Vyšehrad verbreitete sich bis sie allmählich eine ununterbrochene Siedlungenbündel schuf, bezeichnet wie „Mezihradí“ (Zwischen Burgen). Irgendwo in diesem Gebiet entwicklete sich der Hauptmarktplatz von Prag. Der ganz erste Marktplatz befand sich vermutlich beim linken Moldauufer. Es wird vorausgesetzt, dass irgendwann am Ende des 10. oder am Anfang des 11. Jahrhunderts wurde der Prager Marktplatz auf das rechte Ufer übertragen, in den Ort des heutigen Altstädter Rings. Im Zusammenhang damit entstand eine einmalige Sehenswürdigkeit – der romanische Hof genannt Týn (Tein) oder Ungelt. Es war ein befestigter Hof, in dem die fremden, durch Prag fahrenden Händler ihre Waren verzollen mussten. Für die Belohnung wurde ihnen Asyl, Schutz, Kirche – Bethaus, beziehungsweise auch Behandlung geboten.

Romanischer Stil in Prag – Übersicht der wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

Prager Burg:

  • St.-Georgs-Basilika (Georgsplatz / Prager Burg)
  • Schwarzer Turm (Jiřská Straße / Prager Burg)

Vyšehrad:

  • St.-Martins-Rotunde (Straße V Pevnosti / Vyšehrad)
  • Reste der Fürstenakropolis (Vyšehrad-Parkanlage / Vyšehrad)
  • Reste der romanischen Brücke (Vyšehrad-Parkanlage / Vyšehrad)
  • Libussas Bad (Vyšehrad-Parkanlage / Vyšehrad)

Altstadt:

  • St.-Kreuz-Rotunde (Straße Karoliny Světlé / Altstadt)
  • St.-Longinus-Rotunde (Straße Na Rybníčku / Neustadt)
  • Altstädter Marktplatz (Altstädter Ring / Altstadt)
  • Ungelt / Teyn (Teyn / Altstadt)
  • Untergrund des Altstädter Rathauses (Altstädter Ring / Altstadt)

Kleinseite:

  • Johanniterkomende (Lázeňská Straße/ Kleinseite)
  • Bischofshof (Dražický-Platz / Kleinseite)

Außer dem historischen Zentrum:

  • Kirche St. Bartholomäus (Kyje)

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